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TOLERANZ

Neben und miteinander

Altona weiter vorn
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Gabi Dobusch

Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft

"Sanierungsfonds Hamburg 2020" - Barrierefreiheit für das Literaturhaus Hamburg schaffen

Neufassung
Das Literaturhaus Hamburg am Schwanenwik hat sich seit den 1980er Jahren zu einer herausragenden Institution des kulturellen Lebens in der Hansestadt entwickelt. Mit seinen rund 150 Lesungen pro Jahr, Podiumsdiskussionen, Gesprächsrunden, literarischen Abenden, den regelmäßigen Reihen, wie z.B. das "Philosophische Café", und den mehrtägigen Festivals wie die "Nordischen Literaturtage" oder die "Hamburger Graphic Novel Tage" trägt das Literaturhaus zur Bereicherung der Kulturlandschaft in Hamburg bei. Durch die zahlreichen Veranstaltungsformate sowie das abwechslungsreiche Programm hat sich das Literaturhaus ein Renommee erarbeitet, das weit über die Stadtgrenzen hinaus reicht. Darüber hinaus engagiert sich das "Junge Literaturhaus" intensiv für Nachwuchsautoren/-innen und Nachwuchsleser/-innen: Dazu gehören unter anderem die "Gedankenflieger", wo Kinder über Lebensfragen philosophieren, oder das "Schreiblabor" für junge Menschen. Für junge Leser/-innen gibt es z.B. den "STA*-Club", der ein Diskussionsforum mit bekannten Schriftstellern/-innen anbietet.
Die 1867/68 im klassizistischen Stil erbaute Reihenhausvilla am Schwanenwik beherbergt neben dem Literaturhaus e.V., seinen Veranstaltungsräumen sowie dem Café auch den Börsenverein des Deutschen Buchhandels Landesverband Nord e.V., das Literaturzentrum e.V. und die Buchhandlung Samtleben. Die Villa blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück: Im 19. Jahrhundert wurde das Gebäude zunächst von der Kaufmannsfamilie Fraeb und später vom Bankier Adolph von Pein bewohnt, der einen Ballsaal (den heutigen Festsaal) anbauen ließ. Im 20. Jahrhundert gab es verschiedene Nutzungen der Räumlichkeiten, die von einer heilgymnastischen Privatanstalt, Tanzschulen bis hin zu einem Mädchenheim reichten. Nach der Auflösung des Mädchenheims 1985 stand das Gebäude zwei Jahre leer und verfiel zunehmend. 1987 zog der neu gegründete Literaturhaus e.V. ein und konnte den weiteren Verfall aufhalten. Eine umfassende Sanierungsmaßnahme fand 1989 statt, nachdem Dr. Gerd Bucerius das Gebäude für die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius erworben hatte. Die Kosten für die denkmalgerechte Sanierung der Stadtvilla wurden von der Stiftung, einem privaten Mäzen sowie der Freien und Hansestadt Hamburg getragen.
Seit 1989 stellt die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius das denkmalgeschützte Gebäude dem Literaturhaus e.V. kostenfrei zur Verfügung und unterstützt den Verein bei der Instandhaltung sowie Restaurierungsmaßnahmen des Hauses. Für die Jahre 2017 und 2018 stehen umfangreiche Sanierungsarbeiten an. Dabei handelt es sich unter anderem um eine dringend erforderliche Modernisierung der Lüftungsanlage und der gesamten Stromversorgung, die auch aus Brandschutzgründen zwingend in Angriff genommen werden muss. Darüber hinaus sind ein barrierefreier Zugang in das Haus sowie ein Aufzug im Gebäudeinneren für die Gewährleistung der dortigen Barrierefreiheit vorgesehen. Im Keller wird zudem ein barrierefreies WC eingebaut. Sämtliche Maßnahmen werden in Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt geplant und umgesetzt.
Für einen barrierefreien Zugang in das Gebäude soll der vorhandene Kellerzugang seitlich des Haupteingangs umgestaltet und ein Hublifter für Rollstuhlfahrer/-innen eingebaut werden. Eine Gegensprechanlage gewährleistet den Zugang und die Benutzung des Lifters. Über den noch umzubauenden Kellerflur gelangen die Besucher/-innen dann zum neuen Aufzug im Gebäude, der Zugang zu allen Etagen bietet. Der Aufzug hat Platz für einen Rollstuhlfahrer bzw. eine Rollstuhlfahrerin sowie eine Begleitperson oder maximal fünf Personen.
Die Gesamtkosten für die umfangreichen Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen des Literaturhauses belaufen sich auf 520.000 Euro. Die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius beabsichtigt, die Maßnahmen eigenverantwortlich und unter Übernahme des überwiegenden Kostenanteils im Jahr 2018 zu realisieren. Die anteiligen Kosten für die Herstellung der Barrierefreiheit des Gebäudes belaufen sich auf ca. 216.000 Euro, wovon 180.000 Euro derzeit nicht gedeckt sind.
Die Bürgerschaft möge beschließen:
Der Senat wird ersucht
1. für die Herstellung eines barrierefreien Zugangs zum Literaturhaus (Hublifter) sowie von Barrierefreiheit im Gebäude im Rahmen der umfassenden Umbaumaßnahmen der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius am Gebäude des Literaturhauses Hamburg Mittel von insgesamt 180.000 Euro für investive Maßnahmen dem Einzelplan 3.3, Aufgabenbereich 251 "Kultur" aus dem Einzelplan 9.2, Aufgabenbereich 283 "Zentrale Finanzen", zentrale Sanierungsreserve Hamburg 2020 zu übertragen und der Stiftung als Zuwendung zukommen zu lassen, und für die dazugehörigen Abschreibungen - in Abhängigkeit vom Aktivierungszeitpunkt - die benötigten Ermächtigungen aus dem Einzelplan 9.2 Aufgabenbereich "Zentrale Finanzen" Produktgruppe 283.02, Zentrale Ansätze II, Kontenbereich "Kosten für Abnutzung - Abschreibungen" in den Kontenbereich "Kosten für Abnutzung - Abschreibungen" des Einzelplans 3.3, Aufgabenbereich 251 "Kultur" zu übertragen; und
2. der Bürgerschaft bis Ende 2018 über den Stand der Umsetzung der Maßnahmen zu berichten.

Antrag

Hamburgische Bürgerschaft
15.06.2017
Drucksache: 21/

Von den Abgeordneten:
Peri Arndt, Ksenija Bekeris, Gabi Dobusch, Birte Gutzki-Heitmann, Regina Jäck, Gerhard Lein, Christel Oldenburg, Wolfgang Rose, Hansjörg Schmidt, Sven Tode, Isabella Vértes-Schütter

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