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KULTUR

Vielfalt und Lebendigkeit

Altona weiter vorn
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Gabi Dobusch

Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft

Fraunhofer-Strategie vertiefen ? den Forschungs- und Innovationsstandort Hamburg stärken

Die 1949 gegründete Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung (FhG) ist die größte Forschungsorganisation mit dem Fokus anwendungsorientierter Forschung Europas. Mit insgesamt rund 24.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie 67 Forschungsinstituten und einem Forschungsvolumen von 2,1 Milliarden Euro pro Jahr nimmt die Gesellschaft eine unbestreitbare Spitzenposition ein.
Mit seinen Fraunhofer-Initiativen (u.a. Drs. 19/4918 und 20/11568) hat der Hamburger Senat den Anspruch der Stadt konkretisiert, zu einem bedeutenden Fraunhofer-Standort zu werden. Nach Beschluss durch die Bürgerschaft wurde Hamburg am 1. Januar 2015 Teil der FhG. Gemeinsam mit den übrigen Bundesländern sowie dem Bund beteiligt sich Hamburg an der finanziellen Förderung. Zeitgleich wurden Maßnahmen zum Aufbau der Fraunhofer-Infrastruktur in der Hansestadt ergriffen.
Derzeit verfügt Hamburg über drei Fraunhofer-Einheiten. Das Anwendungszentrum Leistungselektronik für Regenerative Energiesysteme (ALR) wird derzeit aufgebaut. Das ALR ist eine gemeinsame Einrichtung des Fraunhofer-Instituts für Siliziumtechnologie (ISIT) und des Competence Centers für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz (CC4E) der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW). Es befindet sich am Energiecampus Bergedorf und soll die dort anzufindenden Institutionen im wichtigen und zukunftsrelevanten Forschungsfeld der Erneuerbaren Energien bereichern. Ziel ist es, Synergien zu bilden, um die vorhandenen Potenziale am Standort leichter zu heben.
Das ScreeningPort des Fraunhofer-Instituts für Molekularbiologie und angewandte Oekologie (IME-SP) betreibt am Standort Hamburg erfolgreiche Arbeit im Bereich pharmazeutischen Wirkstoffsuche. Es fungiert als Brückenschlag zwischen medizinischer Grundlagenforschung und der pharmaindustriellen Wirkstoffentwicklung. Das Fraunhofer-Center für Maritime Logistik und Dienstleistung (CML), eine zunächst temporäre Anbindung an das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (ILM), wurde Anfang 2015 verstetigt.
Seitdem befindet sich die zuständige Fachbehörde in Gesprächen mit der Fraunhofer-Gesellschaft (vgl. Drs. 21/7299). Es kommt darauf an, eine umfassende und zusammenhängende Strategie zum Ausbau Hamburgs als Fraunhofer-Standort zu entwickeln.
Ein erster wichtiger Schritt ist bereits mit der Einrichtung der Fraunhofer Abteilung zum IWES-Windprüfstand in Hamburg Bergedorf gelungen, der derzeit realisiert wird. Geplant sind die Überführungen und Kooperationen des Laserzentrums Nord (LZN) und des CAN (Centrum für Angewandte Nanotechnologie) als Institut für Nanotechnologie. Darüber hinaus sind weitere Schritte denkbar.
Eine besonders wichtige Komponente für das zukünftige Wirtschaften ist die Nachhaltigkeit. Ressourcenknappheit und ihre Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von sowohl Energie als auch Werkstoffen stellen die Industrie vor große Herausforderungen. Für das Wachstum einer modernen Volkswirtschaft ist es zwingend, Material so effizient wie möglich einzusetzen. Das Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen (IMWS) forscht hauptsächlich in Fragen der Wirtschaftlichkeit und Ressourcenschonung. Es böte somit einen möglichen Anknüpfungspunkt, Forschung für eine nachhaltige Industrie und Wirtschaft in Hamburg zu etablieren und die Stadt in dieser wichtigen Zukunftsfrage eine Vorreiterrolle einnehmen zu lassen.
Die Bürgerschaft möge beschließen:
Der Senat wird ersucht,
1. Hamburg als wichtigen Standort der Fraunhofer-Gesellschaft, welche Bindeglied zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ist, weiterzuentwickeln. Dazu sollen in einem ausformulierten Konzept fachliche Schwerpunkte festgelegt werden;
2. in diesem Konzept einen Schwerpunkt im Bereich Nachhaltigkeit in Industrie und Wirtschaft, namentlich Materialforschung, zu berücksichtigen; und
3. der Bürgerschaft hierzu im 4. Quartal 2017 zu berichten.

Antrag

Hamburgische Bürgerschaft
26.04.2017
Drucksache: 21/

Von den Abgeordneten:
Gabi Dobusch, Uwe Giffei, Astrid Hennies, Annkathrin Kammeyer, Gerhard Lein, Christel Oldenburg, Sven Tode, Isabella Vértes-Schütter

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